11: Was ist ein Planet? – Teil 1: Von Wanderern am Sternenhimmel

Ein Planet – was ist das überhaupt genau und wie viele davon gibt es eigentlich? Im Laufe der letzten Jahrhunderte haben sich die Antworten auf diese Fragen immer wieder geändert. Eine genaue Definition für diesen Begriff „Planet“ gibt es aber erst seit 2006. In den nächsten vier Beiträgen wollen wir euch durch die Geschichte dieses Wortes führen – angefangen in der Antike gehen wir dabei bis ins 21. Jahrhundert, in dem wir mittlerweile Tausende von Exoplaneten (Planeten in anderen Sonnensystemen) kennen.

Doch lasst uns im antiken Griechenland beginnen. Was wussten die Menschen damals über das Universum? Natürlich nur das, was sie am Himmel sehen konnten. Sie sahen nachts die Sterne, die scheinbar alle einen festen Platz am Himmel hatten. Relativ zueinander schienen sie sich nicht zu bewegen, die Sternbilder veränderten sich nie.

Doch was ist das? Zwischen diesen ganzen „Fixsternen“ gab es noch einige weitere Lichtpunkte, die im Laufe mehrerer Nächte vor dem Sternenhimmel entlang wanderten. Also nannten die Griechen sie „Wanderer“ – auf Griechisch „planetos“. Damals wurden folgende Planeten beobachtet: Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Streng genommen müssten auch der Mond und die Sonne nach dieser Definition mitgezählt werden. Die Erde hingegen galt nicht als Planet.

Mit dem damaligen Weltbild passte der Begriff „Wanderer“ auch ganz gut zusammen: Man stellte sich vor, dass die Erde im Zentrum des Universums steht und sich der Mond, der Merkur, die Venus, die Sonne, der Mars, der Jupiter und der Saturn um die Erde drehten. Man spricht vom „geozentrischen Weltbild“. Zwar gab es auch in der Antike schon wenige Menschen, die die Idee hatten, dass sich in Wahrheit alles um die Sonne drehen könnte („heliozentrisches Weltbild“), aber erst Mitte des 16. Jahrhunderts wurde diese Idee populär, als Nikolaus Kopernikus in seinem Buch „De revolutionibus orbium coelestium“ das heliozentrische Weltbild vorstellte.

In den folgenden Jahrhunderten setzte sich dieses dann nach und nach durch. Auch mit dem Begriff „Planet“ wurde nun etwas völlig anderes gemeint: Die Sonne bewegte sich nach der neuen Theorie schließlich nicht mehr und war kein „Wanderer“, der Mond zählte ebenfalls nicht mehr dazu, da er sich nicht direkt um die Sonne drehte, sondern nur um ein anderes Objekt (die Erde), das sich um die Sonne drehte. Die Erde hingegen galt nun als Planet.

Nun kannten die Menschen also sechs Planeten: den Merkur, die Venus, die Erde, den Mars, den Jupiter und den Saturn. Doch als Anfang des 17. Jahrhunderts Galileo Galilei durch ein Fernrohr in den Nachthimmel blickte, konnte er sehr viele Sterne sehen, die nur sehr schwach leuchteten, sodass sie mit bloßem Auge nicht sichtbar und bis dato noch nicht bekannt waren. Hat irgendein Astronom damals schon daran gedacht, dass es möglicherweise auch noch weitere Planeten geben könnte, die einfach zu schwach leuchten, um ohne Fernrohr gesehen zu werden? Wir wissen es nicht, zumindest hat niemand davon geschrieben.

Die nächste Entdeckung eines Planeten ließ auch noch über 170 Jahre auf sich warten und kam dann so überraschend, dass der Entdecker das Objekt anfangs für einen Kometen hielt. Doch darum wird es in zwei Wochen im nächsten Weltallwissend-Beitrag gehen…

Quellen: